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AchimO

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Beitrag 7635928 , Inline-Deployment mit Servo [Alter Beitrag18. September 2015 um 19:34]

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Hallo,

viele hier im Forum gezeigte Methoden des Fallschirmauswurfs sind ästhetisch und aerodynamisch nicht besonders günstig, weil meist außen an der Wandung geführte Gummibänder störend wirken. Daher habe ich mir überlegt, wie man das bei Auswurf mit einem Servo verbessern könnte.

Meine Lösung sieht so aus:



Die Fallschirmkammer besteht aus einem PET-Ring, die nach unten von einer Holzscheibe abgeschlossen wird. In die Scheibe ist das Servo eingebaut. In den PET_Ring ist wie eine Muffe (im SST-Sprachgebreuch) ein weiterer schmaler PET-Ring eingeklebt. Dieser dient dazu, die Spitze zu halten. Auf der Holzscheibe ist mit einer Schraube eine PET-Feder, bestehend aus einem PET-Streifen geschraubt. Der PET-Streifen bildet mit einem an seinem Ende aufgeklebten Teil (wiederum aus PET) einen "Löffel". Das obere Bild zeigt das Servo in der Stellung "Release". Durch das Loch wird die Fallschirmleine geführt, die am Drucktank befestigt ist.



Im gespannten Zustand wird der Löffel unter den Arm des Servos geklemmt. Das Servo ist dann in der Stellung "Hold". Auf den Löffel wird dann das Fallschirmpaket gelegt. Bei Auslösung dreht sich der Servo-Arm um 90° nach links und der Löffel schnellt nach oben. Die Reibung des Servo-Arms mit der Löffelkante ist nicht sehr groß. Eins ist dabei aber noch zu beachten:
In den PET-Ring, der wie eine Muffe wirkt, müssen zwei Aussparungen geschnitten werden, da der Löffel an der Wand der Kammer entlang gleitet und an der "Muffe" hängenbleiben würde.

Bei Auslösung wird mit dem Fallschirmpaket auch die Spitze (die mit einer Schnur am Fallschirm befestigt ist) mit weggeschleudert. Dazu ist es nötig, dass diese sehr genau auf die Muffe passt und weder klemmt noch sich bei den enormen Startbeschleunigungen verkeilen kann.

Kritik:
- Da das Fallschirmpaket quer liegt, muss es kleiner als der Flaschendurchmesser sein; bei großen Raketen kann hier wohl nur der Drogue-Fallschirm untergebracht werden
- Es kann passieren, dass die Fallschirmleinen sich mit dem Löffel verheddern; daher sollte das Fallschirmpaket mit den Leinen z. B. in einen Dacron-Streifen eingewickelt werden
- Die Spitze sollte möglichst leicht sein; das ist sicher in manchen Fällen eine Einschränkung!
- Die Bauweise ist sehr einfach und daher: KISS!

Gruß Achim

Geändert von AchimO am 18. September 2015 um 19:37


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Beitrag 7635935 [Alter Beitrag19. September 2015 um 17:11]

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Hallo Achim,
interessante Idee.
Kannst Du nicht auch größere Schirme nehmen, wenn Du diese so packst wie ich es mache und das Paket dann senkrecht auf den Löffel stellst?
Marcel

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AchimO

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Beitrag 7635936 [Alter Beitrag19. September 2015 um 18:10]

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Hallo Marcel,
danke für den Hinweis. Ich überlege gerade, ob es dann - oder auch generell - nicht besser ist, die Muffe in die Spitze zu kleben. Man braucht dann keine Aussparungen in der Muffe vorzusehen und vor allem: Die Spitze bekommt dann noch einen einseitigen Kick beim Auswurf! Denn es könnte ja sonst sein, dass das Fallschirmpaket in die Spitze gedrückt wird und sich darin verklemmt. Dem könnte man natürlich auch noch entgegenwirken, indem man die Spitze zum Teil mit etwas Schaumstoff füllt.

Ich werde das mal testweise so aufbauen, ein Video machen und mir die Momentaufnahmen ansehen (wenn die scharf genug werden). Eine Zeitlupenkamera habe ich nicht.

Gruß Achim

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Beitrag 7635956 [Alter Beitrag20. September 2015 um 20:09]

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Hallo Marcel,
ich habe das mal probiert und als Video aufgezeichnet. Ich gehe jetzt wie schon gesagt dazu über, die Muffe in die Spitze zu kleben. Dann bekommt die Spitze noch einen direkten Kick und Fallschirm und Spitze fliegen schön seitlich weg. Den Fallschirm senkrecht zu stellen geht natürlich auch, wenn die Spitze genug Platz bietet.
Aber mit zunehmendem Gewicht von Fallschirm bzw. auch Spitze fällt der Kick deutlich geringer aus. In dem Fall könnte man die PET-Feder natürlich auch etwas breiter machen. Es gibt also Parameter, an denen man "drehen" kann.

Gruß Achim

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Beitrag 7635957 [Alter Beitrag20. September 2015 um 22:23]

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Hallo Achim,
wenn Du die PET Feder breiter und somit stärker machst, dann könnte das eventuell dazu führen, dass der Servoarm nicht mehr drehen kann. Die Kraft, die auf ihn wirkt, wird dann zu groß. Diese Erfahrung habe ich bei meinem Bergungssystem gemacht.
Aber das kannst Du ja ausprobieren.
Marcel

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Beitrag 7635958 [Alter Beitrag20. September 2015 um 23:54]

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Marcel,
könnte es auch daran liegen, dass die CR2032 nicht genug Strom liefern konnten und die Spannung zusammenbrach? Ich verwende - wenn auch kleine - Lipo-Akkus.
Achim

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Beitrag 7635961 [Alter Beitrag21. September 2015 um 16:47]

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Hallo Achim,
ich achte schon darauf, dass die Batterien vor dem Start genug Power haben. Bei mir verriegelt ich die Tür ja mit einem DrahtStift, der mit dem Servo zurückgezogen wird. Damit der Stift nicht zu weit in die PET lasche eintaucht, kann Ich das mit einer Schraube einstellen. Der Stift taucht nur gerade so weit ein, dass die geschlossen bleibt. Dann geht es auch, wenn die Feder stärker ist.

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Beitrag 7635962 [Alter Beitrag21. September 2015 um 19:38]

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Marcel,

ich wollte Dir da nichts unterstellen. Ich habe auch mit dem Einsatz von Lithium-Batterien beim Servobetrieb keine Erfahrung.

Sehr schlechte Erfahrung habe ich mit 9V-Blöcken. Die Lipos bringen dagegen wesentlich mehr Power. Was die Zuverlässigkeit zumindest einer bestimmten Sorte von Lipos angeht, die ich bei Conrad gekauft habe: Auf dem RJD hatte ich einen Absturz, der mich meinen Altimax 3 gekostet hat. Später stellte sich heraus, dass einer der beteiligten Lipos inzwischen 0V aufwies, also Schrott war.

Gruß Achim

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